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Die erste Tracht_1964.jpg

AUS DER CHRONIK

Aller Anfang ist schwer

1953

Der Gedanke, in Oberrasen eine Musikkapelle zu gründen, reicht noch in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück. Damals versuchte der Chorleiter Gottfried Renzler eine Kapelle ins Leben zu rufen, was aber leider gescheitert ist.

Durch und durch für die Musik beseelt und im Glauben an die Möglichkeit, wie in den Nachbargemeinden auch in Oberrasen eine Musikkapelle zu gründen, berief der Tischler­meister Franz Beikircher mit mehreren Mitarbeitern am 11. Jänner 1953 alle aufgenomme­nen Mitglieder zur ersten Vollversammlung ein, wobei bei dieser Versammlung auch das neue Komitee, wie man es damals zu sagen pflegte, gewählt wurde.

Die dadurch Gewählten waren: 

Nicht Mitglieder:  Fraktionsvorsteher Andrä Außerhofer,

Georg Windisch .Hölzlbauer", 

Johann Klammer "Schmalz"

Mitglieder: 

Franz Beikircher, 

Anton Wierer, 

Anton Beikircher "Weber".

Dem neuen Vorstand gelang es, die Jugend sowie auch ältere Jahrgänge von Oberrasen für diese sinnvolle Freizeitgestaltung zu gewinnen und zu begeistern. Der Aufbau der Musikka­pelle stand damals unter einem guten Stern. Die Fraktionsverwaltung erlaubte sich, den Ankauf der Musikinstrumente zu finanzieren, die damals durch die Firma Petutschnik (Bru­neck) aus Orsi bei Mailand bestellt wurden. Gleichzeitig gelang es auch, Herrn Gottfried Arnold als Instruktor und Kapellmeister zu gewinnen.

Inzwischen bemühten sich die Musikanten fleißig bei der Vorschulung und bei den Proben. Im selben Jahr, am Andreastag, dem 30. November, dem Fest des Kirchenpatrones von Oberrasen. wagte sich die junge Kapelle an die Öffentlichkeit, indem sie dem Fraktionsvor­steher Andreas Außerhofer und gleichzeitig der Bevölkerung von Oberrasen ein Namens­tagsständchen spielte. Dank des überaus fleißigen Probenbesuches war es möglich, in knapp einem Jahr die Noten und das Spielen der jeweiligen Instrumente zu erlernen. So mancher Senner und Hirte kam im Sommer von der hohen Alm mit bis zu 3 Gehstunden zur Probenarbeit herunter.

Bereits im März 1954 wurde wiederum ein neues Komitee gewählt; anwesend: 25 Musikan­ten. Wahlgang: Obmann Sebastian Beikircher. Wahlgang: Obmann Stellvertreter, Kassier

und Schriftführer: Florian Windisch, Anton Beikircher "Weber", Anton Wierer. Wahlgang: 3 Beiräte: Franz Beikircher, Leonhard Beikircher, Josef Plaickner. Als Kapellmeister holte man sich Franz Unterholzer aus Lana, der mit viel Fleiß und Einsatz die Kapelle bis zum Herbst 1954 leitete. Bereits im selben Jahre (am 19. September 1954) kristallisierte sich aus den ei­genen Reihen ein junger Musikant namens Benedikt Mair „Pichler" als Kapellmeister heraus. Herr Benedikt Mair bildete sich nach und nach weiter, besuchte damals die ersten Kapell­meisterlehrgänge und vermochte es dann mit seinem Fleiß und Einsatz gute dreißig Jahre (bis Februar 1986) die Kapelle auf ein gutes Niveau zu bringen.

Wie fleißig und spielfreudig die Musikanten damals waren: 1954, am Ostersonntag, spielte die Kapelle bereits zum zweiten Mal am Kirchplatz vormittags ein Ständchen und am Nach­mittag ein Ständchen am Lechnerplatz.

Man wollte keine Müdigkeit vortäuschen und beschloss, schon am 30. Mai 1954 ein Musik­fest zu veranstalten. Als Gastkapelle spielte damals die Musikkapelle aus Niederolang. Es heißt aber nicht umsonst: "Aller Anfang ist schwer", denn bereits im selben Jahr (1954) treten die ersten Musikanten aus der Musikkapelle aus. Bereits nach 2 Jahren, am 12. Juni 1955 (Fronleichnam) rückte die Musikkapelle zum ersten Mal in der schmucken neuen Tracht aus. Zur Anschaffung dieser Tracht sammelte man Holz und Wolle und tauschte dies gegen Stoff um. Die ganze Dorfbevölkerung sowie die Fraktion haben wieder sehr viel beigetragen. Angefertigt wurde diese Tracht von ortsansässigen Schneidermeistern und nicht zuletzt vom langjährigen Mitglied Willibald Kofler. Dass sich die Musikkapelle von Oberrasen auch noch eine zweite, original Pustertaler Tracht anschaffen konnte, zeugt von der Aufgeschlossenheit der Dorfbewohner von Oberrasen für kulturelle Einrichtungen. Für die neue Tracht wurden wiederum Holz und Wolle gesammelt und die Wolle dann gegen Barchent und Baumwolle eingetauscht. Die übrigen Kosten konnten durch Beiträge seitens der Fraktion, der Gemeinde, dem Land, sowie durch freiwil­lige Spenden gedeckt werden. Es war ein erhebender Anblick, wenn nun die Musikkapelle in ihrer schmucken Tracht und der neuen, 1960 geweihten Fahne mit klingendem Spiel durch das Dorf marschierte. 


Im Jahre 1974 gelang es dem im Jahre 1973 neu gewählten Obmann, Herrn Peter Plaickner, mit seinem Vorstand einen neuen Musikpavillon zu bauen, der teils mit freiw. Unterstüt­zung, Fraktion und Gemeinde errichtet und im selben Jahr noch feierlich eingeweiht wurde. Der Entwurf kam vom damaligen Obmann, Herrn Peter Plaickner, der ihn auch mit seiner eigenen Firma baute. In den Folgejahren trat die Musikkapelle immer mehr in Aktion. Sie verschönerte durch ihre Teilnahme viele kirchliche Feiern wie Primizen, Priesterjubiläen, den Ehrentag der Erstkommunikanten und Firmlinge, rückte bei Feuerwehrfesten und Hochzeiten aus und geleitete manch verdienten Mitbürger auf seinem letzten Weg zum Grabe. Besonders feierlich wurde alljährlich der Cäciliasonntag, das Fest der Musikpatronin, begangen. Die Musikkapelle erfreute Gäste wie Einheimische durch gediegene Konzerte, die seit 1974 im neu errichteten und fast zur Gänze von der Fraktion finanzierten Musikpavillon aufge­führt wurden. Öfters nahm sie dann bei folkloristischen, historischen und sportlichen Ver­anstaltungen in der eigenen, als auch in den Nachbargemeinden teil und versäumte es auch nicht, bei Großveranstaltungen, bei ßezirks- und Landesmusikfesten mitzuwirken. Mehrmals beteiligte sie sich auch mit Erfolg an den Wertungsspielen. Nach verhältnismäßig kurzer Zeit wagte sich die Kapelle bereits über die Grenzen unseres Landes hinaus. Die Chronik berichtet über Fahrten nach Heilbronn, Wien, Wolkersdorf, Mödling, Krems an der Donau - Internationales Trachtentreffen, Gröbenzell, Wad gassen Saarland, Allendorf an der Lunda, Wehrheim, Otzberg Habitzheim, Bad Bergzabern, Ottobrunn, Rocca di S. Casiano (Forli), München, Geradskirchen, Rottweil Bühlingen, Schweigern Stetten, Innsbruck, Adl­wand, Döttingen. Selbstverständlich sind all die Fahrten den Teilnehmern zum bleibenden Erlebnis geworden. Durch die wiederholte Kontaktaufnahme mit ausländischen Vereinen und Verbänden bildeten sich freundschaftliche Beziehungen über die Grenzen hinweg. Oberrasen freut sich immer wieder Musikkapellen, Chöre, Spielmannszüge, Feuerwehren und Abordnungen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz als Gäste bei sich begrüßen zu dürfen.


Die Obmänner der Kapelle im Laufe der Jahre:

Andreas Außerhofer im ersten Jahr, 1953

Sebastian Beikircher von 1954 - 1959

Franz Beikircher von 1959 – 1973

Peter Plaickner von 1973 - 1997

Windisch Andreas von 1997 – 2010

Seyr Robert von 2010 - 2021

Karl Wolfsgruber von 2022 bis heute


Die musikalische Leitung hatten folgende Kapellmeister/in inne:

Gottfried Arnold von 1953 - 1954

Franz Unterholzner von März - September 1954

Benedikt Mair von September 1954 - 1986

Robert Unterberger von 1986 bis 2008

Meinrad Brunner 2009 und 2010

Matthias Hilber von 2011 bis 2021

Magdalena Hilber von 2021 bis heute


Dazu ist auch zu erwähnen, dass die Jugendausbildung in der Kapelle fast zur Gänze von den oben genannten Kapellmeistern gemacht wurde, wofür ihnen ein großes Lob ausge­sprochen werden muss.

Ehrenmitglieder: Klammer Josef, Kofler Theobald, Windisch Martin, Windisch Friedl, Wolfsgruber Hermann, Beikircher Johann, Rudolf Messner und Seyr Gregor


Ehrenkapellmeister: Mair Benedikt und Robert Unterberger


Ehrenobmann: Peter Plaickner


Die Musikkapelle Oberrasen ist seit ihrer Gründung immer spielfähig geblieben. Dies ist

wohl ein großer Verdienst der Obmänner und Kapellmeister, die durch ihr langjähriges Wir­ken mit großem Idealismus die Kapelle durch Höhen und Tiefen geführt haben. Ihnen ge­bührt Dank und Anerkennung.

Die Musikkapelle ist Mitglied des Verbandes Südtiroler Musikkapellen.

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